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Das Jubiläumsjahr
Johanniterkloster

Feldkirch ist reich an Geschichte

Die Johanniter in Feldkirch: "Eine Art Verbindung zwischen NATO und Rotem Kreuz".

Kategorie
Historische Hintergründe

Von 1218 bis 1610 unterhielten die Johanniter in Feldkirch ein Kloster, eine sogenannte Kommende. Mitte des 11. Jahrhunderts im Heiligen Land gegründet, blieben die Johanniter mehr als die beiden anderen berühmten Ritterorden, die Templer und der Deutsche Orden, der „Hospitalität“ verbunden. Auch wenn sie das Kriegshandwerk durchaus ausübten, lag ihr Schwerpunkt mehr auf karitativen Diensten, vor allem der Pflege und dem Schutz von Pilgern. Eine durchaus treffende Charakterisierung beschreibt sie als „eine Art Verbindung zwischen NATO und Rotem Kreuz“.

Die Stadtmauer als Grenze


In erster Linie diente eine Stadtmauer als Befestigungsanlage der Verteidigung der Stadt. Darüber hinaus erfüllte sie aber weitere Funktionen:

  • Sie war rechtliche Grenze – so war das Bürgerrecht zuerst an den Besitz eines Hauses innerhalb der Stadtmauern gebunden. Später gab es auch „Ausbürger“, Leute, die das Bürgerrecht besaßen, aber außerhalb der Mauern wohnten.
  • Die Stadtmauer war soziale Grenze – bestimmte Menschen (Arme, chronisch Kranke, Angehörige „unehrenhafter“ Berufe) sowie bestimmte Orte (Schindanger - dort wurde Vieh gehäutet und deren Kadaver verscharrt - Richtstätte, Siechenhaus) wurden jenseits der Mauern verbannt.
  • Die Mauer gab der Stadt eine Außenhaut, die sie vom ländlichen Umland abgrenzte. Dadurch entwickelte sich eine urban-städtische Mentalität, die sich von der Denkweise des Bäuerlichen abheben wollte.
  • Nicht zuletzt wurde eine Stadt durch ihre Mauer definiert. Oft wurde sie auf Wappen und Siegeln stolz präsentiert.
Stadtmauer Feldkirch 2016

Verkehrsknotenpunkt Feldkirch


Hugo I. von Montfort hat Feldkirch nicht allein als Mittel der Herrschaftssicherung, sondern auch zur Sicherung der Verkehrswege gegründet. Treffen doch in Feldkirch zwei über Jahrhunderte hinweg wichtige Routen auf der West-Ost- sowie der Nord-Süd-Achse zusammen. Die Tabula Peutingeriana, benannt nach einem Augsburger Humanisten, ist eine mittelalterliche Karte, die auf eine antike Vorlage zurückgehen dürfte. Sie weist eine Raststation „Clunia“ auf, über deren Lokalisierung keine endgültige Sicherheit besteht. Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass sie sich auf dem Gemeindegebiet des heutigen Altenstadt befunden haben muss. Die Karte dokumentiert somit die Bedeutung des Feldkircher Raumes als Verkehrsknoten seit frühester Zeit.