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Das Jubiläumsjahr
Humanismus, Hans Gruber

Humanismus und Bildung

Beim Blick in die bewegte Geschichte der Stadt, stößt man rasch auf die Blütezeit des Humanismus. Stadtbibliothekar Hans Gruber hat sich mit dieser Epoche und Geistesströmung intensiv beschäftigt.

Kategorie
Humanismus

Beim Blick in die bewegte Geschichte der Stadt, stößt man rasch auf die Blütezeit des Humanismus. Damit eng verbunden sind klingende Namen wie Georg Joachim Rheticus oder Hieronymus Münzer, um nur zwei wichtige Persönlichkeiten zu nennen. Die Lebensform des Humanismus verbunden mit dem damit einhergehenden Bildungsideal prägte die Stadt über viele Jahrzehnte. Durch die geografische Lage entstanden vielfältige Kontakte zwischen Süd- und Mitteleuropa. Auch der Pilgerstrom, der sich nach Rom hin bewegte, verlief durch die Montfortstadt. Aus diesem Grund liegt es nahe, diesen Themen einen speziellen Raum im Jubiläumsjahr einzuräumen.

Hans Gruber ist Stadtbibliothekar. Er hat Geschichte, Altertumskunde und Philosophie studiert. Sein Herz schlägt für den Humanismus - und für seine Heimatstadt Feldkirch.

Sie sagen: Feldkirch ist humanistisch. Was heißt das genau?

Hans Gruber: "Humanismus beschreibt eine geschichtliche Epoche, aber auch eine Geistesströmung. Humanismus ist keine Philosophie, keine Wissenschaft, keine Methode. Ich glaube, er ist eine Haltung. Eine Haltung die den Menschen ins Zentrum stellt, dem anderen Achtung und Respekt entgegenbringt, Wertschätzung alleine dafür, dass er ein Mensch ist. Humanismus betont, dass Menschen keine Dinge sind. Und ich glaube, Humanismus hat etwas mit Ernsthaftigkeit zu tun: sich selbst und andere wichtig zu nehmen, ihnen ihre Bedeutung zukommen zu lassen. Einen anderen Menschen zu diffamieren heißt, ihn in seiner Individualität nicht ernst zu nehmen. Und jede und jeder hat es verdient, ernst genommen zu werden.

Die Grundidee der Humanisten war dabei immer die Bildung. Damit ist nicht die Ausbildung, das Ansammeln von Wissen und Kompetenzen gemeint, sondern eine Bildung des "ganzen Menschen", wie das Humboldt genannt hat. Durch diese Bildung soll ich mich verändern, ein anderer werden. Und diese Bildung soll mir einen besseren Umgang mit meinem eigenen Leben ermöglichen."

Das Jubiläumsjahr Feldkirch 800 basiert auf den wichtigen Themen für Feldkirch: Humanismus, Grenze und gelingendes Leben.